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Was so in mir steckt oder A Song Only I Can Hear

Cover der deutschen Hardcoverausgabe von „Was so in mir steckt“

Beide Titel haben was, finde ich!

Zu Beginn fand ich das englische Zitat (möglicherweise stammt es von Oscar Wilde) treffender:

Du liebst einen Menschen nicht wegen seines Aussehens, seiner Kleidung oder seines tollen Wagens, sondern weil er ein Lied singt, das nur du hören kannst.

Oskar Wilde. Siehe. Jonsberg, Barry, Was so in mir steckt. cbj, München 2019. S. 5

Und ich überlegte, wer nun in diesem Roman Rob C. Fitzgeralds Lied – also das Lied des Protagonisten – hören kann? Oder wessen Song Rob alleine wahrnehmen kann?

Eine gar nicht so einfache Frage! Hier ein Versuch:

  • Rob, dreizehn, schüchtern, sensibel, ist in Destry Camberwick verliebt und wäre gerne der einzige, der ihr „Lied“ hören kann.
  • Robs Großvater, genannt Pop, liebt seinen Enkel und hält sich – was seine Vergangenheit betrifft – bedeckt. Er konnte einst das Lied von Robs Großmutter hören.
  • Vater und Mutter Fitzgerald sind ein tolles Ehepaar und die Sorte Eltern, die man sich als Teenager wünschen würde. Ein Problem: Robs Vater liebt Golf! Ob er oder sie Robs „Lied“ wirklich hören können, ist fraglich.
  • Andrew, sportlich, tut sich leicht mit den Ladys und ist ein wahrer Freund. Mit „Liedern“ hat er nichts am Hut.

Später stellte ich fest, dass mir der deutsche Titel doch mehr zusagt, weil er vielschichtiger ist.

Was so in mir steckt

Was kann in einem Menschen alles stecken? Das können positive und negative Aspekte sein, die eine Person ausmachen. Es können aber auch Dinge sein, welche blockieren und einem sprichwörtlich im Hals stecken geblieben sind und somit sprachlos machen. Eine Variante wäre auch, dass es sich um Ereignisse, Tatsachen, Menschen handelt, die jemandem unter die Haut gehen, also sein „Schutzschild“ nach außen beschädigen…. und, und, und. Ihr merkt schon, das beschäftigt mich! Aber jetzt zur Handlung!

Ein Entwicklungsroman

Der Protagonist dieses Jugendbuches erlebt , wie so häufig in Büchern für Teenager, eine Wandlung im klassischen Sinn. Als schüchterner Teenager bereitet ihm der Umgang mit Menschen, die er nicht gut kennt, Schwierigkeiten.

Durch Robs Verliebtheit in Destry kommt nun einiges ins Rollen. Wer liebt, will auch geliebt werden, aber dafür muss er erst einmal dem anderen Menschen auffallen. Für jemanden, der so schüchtern ist wie Rob, stellt das ein Hindernis dar! Doch sein Großvater hat eine Idee, wie es sein Enkel anstellen könnte:

„Du wirst einen nachhaltigen Eindruck auf sie machen müssen“, meinte er. „Ganz ehrlich: Jede Art von Eindruck wäre ein Anfang. Sport.“

„Sport?“

„Beeindrucke sie mit deinen sportlichen Fähigkeiten.“

„Ich habe keine.“

Ebd. S. 28

Und nun beginnt, was bereits angedeutet wurde, durch Robs Großvater, durch Andrew und einen geheimen sms-Messenger wird er vor Aufgaben und Probleme gestellt und diese löst er nun Schritt für Schritt mit und ohne Bravour. Am Ende ist Rob selbstbewusster und mehr er selbst. Und ob er dann noch Destry braucht, das wirst du selbst herausfinden müssen!

Was dieses Buch zu einem absoluten Lesevergnügen macht

Dieser Roman hat vieles zu bieten! Vor allem eine der besten Nebenfiguren, nämlich den Großvater, der ein Original und wirklich nicht auf den Mund gefallen ist. Des Weiteren ist er Vegetarier und macht, was er will. Hier ein paar Beispiele:

„Hallo, Pop“, begrüßte ich ihn. …

„Hallo, Junge. Würdest du deinen alten Großvater vielleicht gern in ein Fast-Food-Restaurant begleiten und dort eine Kleinigkeit essen?“

„Ja, bitte.“

„Pech“, erwiderte er. „Ich war noch nie in einem und fang jetzt auch nicht damit an. Verknorkte Spelunke, wo sie dir verknorkte Schlachtabfälle vorsetzen.“ (Du solltest vielleicht wissen, dass er nicht wirklich Ausdrücke wie „verknorkte“ benutzt – lass deine Fantasie spielen.)

„Schlachtabfälle?“

„Schlachtabfälle. Därme, Hirne, Arschlöcher. Die tunken sie in Teig, frittieren und servieren sie. Verknorkt kriminell ist das.“

„Frittierte Arschlöcher?“

„Genau.“

„Warum wolltest du mich dann dorthin einladen?“

„Weil ich verknorkt noch mal freundlich und übertrieben großzügig bin, deshalb.“

„Und wo sollen wir jetzt stattdessen etwas essen?“

„Nirgends. Ich hab schießlich keinen verknorkten Geldscheißer.“

Ebd. S. 20f.

Außerdem ist „Was so in mir steckt“ sprachlich ungemein unterhaltsam. Lies den Prolog und du weißt, was ich meine! Hinzu kommt, dass hier ein Thema angesprochen wird, das schon viel zu lange in der Jugendliteratur ausgespart wurde, Transsexualität. Erst am Ende des Buches wird klar, Rob heißt laut Geburtsurkunde Roberta.

Die Idee, dieses erst auf den letzten Seiten zu erwähnen, halte ich für sehr clever. Wie siehst du das?

Ab 13 Jahren, gut für Jungs geeignet!

Barry Jonsberg
Was so in mir steckt
cbj Kinder- und Jugendbuchverlag
München 2019
348 Seiten
ISBN: 978-3-570-16553-9

Eine Collage anfertigen – das geht fast immer!

Der Buchtitel schreit förmlich nach einer künstlerischen Auseinandersetzung mit ihm!

Was ist überhaupt eine Collage und was braucht man dafür?

Eine Collage ist ein Bild, das sich aus unterschiedlichen Bildquellen (Zeichnungen, Fotos, Zeitungsausschnitte, … ) und manchmal auch kleinen bis größeren Materialien/Gegenständen (dann nennt man es Assemblage) zusammensetzt. Viele Künstler nutzen diese Technik und vor allem im Bereich der Scrap-books findet man zahlreiche Beispiele.

Was man dazu braucht, ist also ziemlich frei! Das Schöne ist, wer eine unberechtigte Angst vorm Zeichnen und Malen hat, kann hier völlig unbesorgt ausschneiden, kleben, kritzeln, …

Hier siehst du ein Sammelsurium von ausgeschnittenen Elementen, die ich mir für meine Collage ausgesucht habe. Damit dein Ergebnis am Ende nicht das Auge überfordert, solltest du Schwarz-Weiß-Bilder mit farbigen Bildern mischen und dich dabei am besten auf 1-3 Farben festlegen. Oder du wählst eine Farbfamilie. Auch eine Gegenüberstellung von kalten und warmen Farben macht Sinn. Achte auf dein Thema und lass dich von deinen Sinnen lenken 🙂

Je nachdem ob du einen weißen, schwarzen oder farbigen Hintergrund wählst, solltest du darauf schauen, dass man dein „Bild“ gut erkennen kann. Ein weißes Papier eignet sich zum Beginn fast am besten.

Hast du die Teile ausgeschnitten, kannst du sie arrangieren. Dafür brauche ich immer am längsten, weil es so viele mögliche Varianten gibt und man sich vor dem Aufkleben für eine entscheiden muss. Ich habe mich dieses Mal – mit Hilfe des Fotoapparates – für eine Variante mit zwei kleinen Änderungen entschieden, schau selbst:

Meine Lieblingsvariante!
Möglichkeit A
Möglichkeit B

Und dann gibt es natürlich unendlich viele Varianten!

Überlege aber nicht zu lange, sonst macht es am Ende nicht mehr so viel Spaß! Die beste Idee hat man ohnehin meist zu Beginn!Wenn du das Buch gelesen hast, hast du vielleicht Lust über meine Collage nachzudenken. Es ist erstaunlich, was man manchmal intuitiv auswählt!

Viel Freude beim Ausprobieren!

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