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Nacht über Frost Hollow Hall

Kennst du das, du liest ein Buch, und schon nach den ersten Seiten weißt du, das ist mein Buch! Und nachdem du es verschlungen hast, möchtest du, dass die ganze Welt es liest?

Nacht über Frost Hollow Hall ist so eines!

Dieser historische Kinder- und Jugendroman macht süchtig!

Das liegt nicht nur daran, dass Emma Carroll eine verdammt gute Erzählerin ist, die es versteht, Bilder lebendig werden zu lassen und Vergleiche da einsetzt, wo sie perfekt passen, sondern auch daran, dass die Figuren sehr plastisch und echt sind und der ganze historische Rahmen gut recherchiert wurde.

Der Grundstein – ein dramatisches Ereignis

Als Auftakt von Frost Hollow Hall (engl. sprachiger Titel des Buches) dient ein Zeitungsbericht vom Dienstag, den 7. Februar des Jahres 1871. Darin wird darüber informiert, dass Lord Barringtons einziges Kind beim Schlittschuhlaufen auf dem am Anwesen befindlichen See eingebrochen und ertrunken sei. Es handelt sich beim Opfer um Christopher Barrington, genannt Kit, dem einzigen Erben der Lordschaft.

Zehn Jahre später – im Winter 1881 – beschließen Will Potter, der Sohn des Fleischers von Frost Combe, und Tilly Higgins, die Tochter eines Arbeiters, sich als Mutprobe zu diesem See aufzumachen, um darauf Wills Schlittschuhe auszuprobieren.

Tilly, mutig und abenteuerlustig, wagt sich zum ersten Mal auf das verbotene Anwesen und auf das Eis und sie ereilt nun nahezu das gleiche Schicksal wie Master Kit zehn Jahre zuvor, sie bricht ein. Auf wundersame Weise wird sie jedoch vor dem Ertrinken bewahrt und hat von nun an seltsame Träume, in welchen ihr Kit begegnet, der sie darum bittet, ihm zu helfen, damit er in Frieden ruhen kann.

Gänsehautfaktor und kriminalistisches Feingefühl

Tilly hat es sich nun zur Aufgabe gemacht dem ruhelosen Erben von Frost Hollow Hall, der ihr schön wie ein Engel erscheint, zu helfen. Und durch Zufall und Willenskraft erhält sie eine Dienstmagdstelle auf dem Anwesen. Als Nebenhandlung erfährt man auch einiges über Tillys beschwerlichen Alltag und die Probleme in ihrer Familie, was einem die Figur näherbringt.

Prompt am ersten Arbeitstag erfährt das Mädchen, warum es als Magd so willkommen ist: ein Geist, Kit?, treibt hier sein Unwesen …

Jemand kam auf mich zu. Ich hoffte inständig, dass es Gracie war. …

„Gracie?“ Es überlief mich eiskalt. Das war doch Gracie – oder nicht?

Die Schritte klangen anders. Leichter. Schneller. Aber ich sah nur Dunkelheit. Und roch diese Honigsüße wieder. Ich machte mich sprungbereit. Nach oben, nach unten, egal wohin.

Jemand war ganz nah.

Das Flüstern begann gleich neben meinem Ohr, zischende, lispelnde Laute. Meine Kopfhaut prickelte. Eine Hand packte mich am Oberarm. Ich schrak entsetzt zurück und versuchte, mich loszureißen. Aber der Griff war fest. Fingernägel bohrten sich durch den Ärmel meines Kleides. …

Emma Carroll, Nacht über Frost Hollow Hall. Thienemann-Esslinger Verlag, Stuttgart 2017, S. 163f.

Mehr wird nicht erzählt! Lass dich einfach auf den Roman, der jetzt endlich auch als Taschenbuch erschienen ist, ein, du wirst es nicht bereuen!

Eine Schachtel voller Spannung, Knistern und Lesevergnügen!

Ab 11 Jahren, aber nichts für Leser und Leserinnen mit schwachen Nerven!

Emma Carroll
Nacht über Frost Hollow Hall
Thienemann-Esslinger Verlag
Stuttgart 2017
395 Seiten
ISBN: 978-3-522-18450-2

Oder in der Taschenbuchausgabe

Emma Carroll
Nacht über Frost Hollow Hall
dtv - Verlag
München 2019
400 Seiten
ISBN: 978-3423718394

Von Spuk und fliegendem Porzellan

Dass Gracie und Tilly tatsächlich die Wahrheit sagen und hier auf Frost Hollow Hall etwas Gespenstisches vor sich geht, zeigt sich bald noch deutlicher:

Etwas krachte hinter uns zu Boden. Wir drehten uns schnell um. Gracie stand neben dem Tisch. Ihr Mund vor Schreck weit offen. Zu ihren Füßen lagen Scherben auf den Steinfliesen. „Nicht schon wieder!“, schrie die Köchin. „Dieses Mal werden dir die Teller vom Lohn abgezogen, mein Fräulein! … Gracie schluchzte. „Aber ich hab sie nicht fallen gelassen! Ehrlich nicht!“ „Wer denn dann? Der Herzog von York?“ ….

Der Raum hatte sich plötzlich verändert. … Die Luft veränderte sich plötzlich. Jetzt war es bitterkalt. Meine Zähne fingen an zu klappern. Mir graute ganz fürchterlich. Dann war er wieder da, dieser süßliche Honiggeruch. Ganz nah. Zu nah. „Oh nein!“, wisperte Gracie. „Schau! Es passiert wieder!“

Sie blickte wie gebannt auf das gestapelte saubere Geschirr auf dem Tisch. Eine kleine weiße Tasse setzt sich in Bewegung. Ich konnte nicht glauben, was ich sah. Mein Hirn erlaubte es einfach nicht Tassen bewegen sich nicht von alleine. Jemand musste sie berührt haben. … Keiner rührte sich. Unsere Augen blieben auf die Tasse gerichtet. Sie schien fast zu beben, als ob sie etwas Lebendiges, Atmendes wäre. Ich beobachtete alles mit wachsendem Entsetzen und konnte meinen Blick einfach nicht abwenden. Langsam und zitternd hob sich die Tasse vom Tisch. Einen langen schrecklichen Augenblick schwebte sie in der Luft. Dann sauste sie über unsere Köpfe hinweg und knallte an die Wand hinter uns. „Gütiger Himmel!, keuchte die Köchin. … Ich war zutiefst erschüttert.

Ebd. S. 211-214

Bastelanleitung für eine fliegende Tasse (für Fortgeschrittene)

Material:

  • Porzellantasse und -unterteller, möglichst elegant
  • Frischhaltefolie
  • Tapetenkleister
  • weißes Schreibpapier in kleine Stückchen gerissen
  • eine Serviette am besten mit Blütendekor
  • Blumendraht

Unterteller und Tasse mit Frischhaltefolie einwickeln. Beim Teller muss die Dekorseite plan mit der Folie bedeckt sein, auf der Unterseite kannst du sie zusammendrücken, damit sie gut hält. Bei der Tasse wickelst du die Folie am besten so, dass sie möglichst enganliegt und die Enden lässt du in der Tasse verschwinden. Vergiss nicht, auch den Henkel und die Fläche darunter igendwie einzupacken, damit du nicht das Porzellan vollkleisterst.

Rühre nun den Tapetenkleister laut Anleitung auf der Packung an, 150ml Wasser reichen. Reiße das weiße Papier zunächst in ca. 2cm breite Streifen (lege ca. 5 davon zur Seite), zerteile dann die Streifen in kleine Stücke, siehe Foto.

Beklebe nun die Untertasse, indem du die Papierstückchen in den Tapetenkleister tunkst und dann von innen nach außen auf die Tellerfläche klebst. Wenn die ganze Fläche beklebt ist, fängst du von vorne an, zwei bis drei Schichten reichen aus. Anschließende lässt du alles trocknen. Ist das Papier fest, löst du die Folie unten vom Teller und ziehst sie dann von deinem Pappteller ab.

Dann schneidest du den Rand wellenförmig, schön gleichmäßig, zu.

Jetzt ist die Tasse dran!

Beklebe die Tasse rundherum, auch die Unterseite! Lasse den Henkel frei, die Fläche darunter musst du aber bekleben. Mache das zwei bis drei Mal. Anschließden lässt du das Papier trockenen. Das dauert etwas länger als bei der Untertasse.

Schneide dann die Fläche unter dem Henkel und die gegenüberliegende Seite gerade auf. Je nach Tassenform musst du nur bis zur Hälfte oder bis zum Fuß der Tasse schneiden. Drücke das Papier sanft auseinander, aber nur so weit, dass du die „echte“ Tasse herausholen kannst.

Jetzt geht es ans „Reparieren“! Drücke den Spalt wieder zusammen, du kannst ein bisschen Klebeband zur Unterstützung verwenden. Tunke wieder einzelne Papierstückchen in den Kleister und klebe den Schnitt von beiden Seiten so zu, dass man optisch nichts mehr davon sieht und alles gut hält. Dann machst du das gleiche bei der Seite mit dem Henkelschlitz, die Löcher für den Henkel musst du aber noch frei lassen.

Jetzt formst du mit einem Draht einen Tassenhenkel nach. Am Anfang und am Ende des Henkels musst du noch ca. 1,5 cm Draht überlassen, damit wird dieser nämlich an der Tasse fixiert. Tauche nun einen der übriggelassenen Papierstreifen in den Kleister, er soll schön nass sein! Wickle ihn sodann um den Draht. Mache das so lange und in so vielen Schichten bis der Henkel jenem der Porzellantasse ähnelt. Lass ihn trockenen und biege dann die Drahtenden ein.

Hacke den Papierhenkel durch die Löcher ein und befestige sie in der Tasseninnenseite mit Kleister und weiteren Papierstücken. Da sich die Tasse etwas verformt, wenn eine Stelle noch nass ist, kannst du eine Dose oder einen Becher mit etwa dem Durchmesser der Tasse ins Papier einspannen, dann behält das Pappmaché die Form.

Und jetzt wird noch dekoriert!

Schneide aus einer Serviette nach Wahl Dekorelemente aus – bei mir sind es Rosen – ziehe alles Schichten ab, bis nur noch eine feine Papierschicht übrig bleibt. Mithilfe eines Pinsels trägst du jetzt auf die Stelle, wo du z. B. die Rose haben willst etwas Kleister auf, legst dann vorsichtig das ausgeschnitte Bild darauf und streichtst noch einmal mit dem Pinsel vorsichtig über das ganze Blümchen o. Ä.

Ohne Blütenkleid und gleich mit!

Voila!

Und wenn du jetzt noch etwas Spuk ins Geschehen bringen willst, dann benötigst du:

  • eine spitze Nadel
  • Nylonfaden

Bohre vorsichtig vier Löcher in die Untertasse (am besten dort, wo für gewöhnlich die Tasse steht). Stich dann auch in die Unterseite der Tasse (etwa an der selben Stelle wie beim Unterteller) vier kleine Löcher. Schneide vom Nylonfaden zwei ca. 1m lange Stücke ab. fädle sie übers Kreuz von unten nach oben durch den Unterteller. Mache anschließen in jeden der vier Fäden nach ca. 3-5cm (bei allen Fäden gleiche Höhe) einen Knoten und fädle dann jeweils einen Faden durch den Boden der Tasse. Die Fadenenden könntest du jetzt wie bei einer Marionette an einem Holzkreuz aus zwei Ästen anbringen oder du bindest sie einfach zusammen. Dann kann es losgehen! Sieh selbst!

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