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Die Spiegelreisende. Die Verlobten des Winters

Es gibt Zeitreisende, Romanfiguren, die teleportieren und es gibt Ophelia!

Sie ist eine Spiegelreisende und kann Spiegelglas mit entsprechender Größe als Reiseportal oder für einen „Lauschangriff“ (Ohr in den Spiegel) nutzen. Von Geburt an hat die junge Frau – die nun zum dritten Mal verheiratet werden soll und auf der Arche Anima, einem von 21 Planeten im Weltall, lebt – diese Fähigkeit.

Nicht ganz ungefährlich sind die Reisen durch den Spiegel, denn man muss zum Einen konzentriert und zum Anderen mit sich selbst im Reinen sein. Was geschieht, wenn man diesen Voraussetzungen nicht entspricht, hat Ophelia bereits als Kind am eigenen Leib erfahren. Sie war in einem der Spiegel, zwischen zwei Orten, stecken geblieben. Seither hat sie Probleme mit dem Gleichgewicht und ist deshalb äußerst tollpatschig.

Grund für ihr häufig ungeschicktes Auftreten ist aber auch ein alter, zerbeulter und sehr anhänglicher Schal, der nicht von ihr lassen kann.

Ophelia ist eine Leserin

Neben Ophelias besonderer Reisefähigkeit zeichnet sie noch eine andere Qualität aus: Sie ist eine Leserin! Kommt ein Gegenstand in ihre Hände, so kann sie dessen Geschichte bzw. die Geschichte des Eigentümers bis aufs kleinste Detail lesen. Da dies einen Leser emotional und körperlich vereinnahmt, trägt Ophelia stets Handschuhe.

Nun geschieht, was bereits angedeutet wurde, die junge Frau soll vermählt werden. Es ist eine arrangierte Hochzeit und Ophelia darf nicht ablehnen, denn sonst droht ihr die Verbannung. Thorn – ein Adeliger von der Arche Pol – ist ihr Verlobter. Für ihn muss sie nicht nur ihre Heimat verlassen, sondern sich auch vielen Gefahren – Thorn hat zwar eine hohe Position inne, ist aber ein unehelicher und deshalb stigmatisierter Nachkomme – aussetzen. Dass von Liebe hier zunächst keine Rede ist und ihr Verlobter es auf Ophelias Fähigkeit des Lesens abgesehen hat – mit der Hochzeit wird diese auf den Partnern übertragen – sorgt nicht gerade für Begeisterung bei der jungen Frau.

Zahlreiche Figuren sorgen für Spannung

Interessant machen das Buch nicht nur die von Christelle Dabos erschaffenen Welten, sondern auch die zahlreichen Figuren und Personengruppen samt ihrer besonderen Fähigkeiten. So können beispielsweise die Miragen – zu erkennen an ihren Tätowierungen im Gesicht -, die verschiedenste Illusionen erzeugen. Gruselig erscheint unter ihnen vor allem „der Kavalier“, ein Mann in Kindgestalt, der mit allen Wassern gewaschen und hoch manipulativ und zerstörerisch ist.

Auch der Familiengeist der Arche Pol, Faruk, ist von unheimlicher Art. Zeus ähnlich ist der greise Gott trotz Demenz hinter jedem Rockzipfel her und regiert kompromisslos und absolut. Was Ophelia jedoch – trotz unscheinbarem Äußeren – für ihn interessant macht, ist ihre Gabe Dinge lesen zu können. Ein besonderes Buch befindet sich im Besitz des Familiengeistes, aber niemand konnte es bisher lesen …

Ab 14 Jahren vor allem für Lesebegeisterte (535 Seiten).

Sehr ansprechend sind übrigens die beigefügten Lesezeichen, die nicht nur schön gestaltet sind, sondern auch hilfreiche Informationen zu den wichtigsten Figuren des Romans enthalten.

Christelle Dabos
Die Spiegelreisende. Die Verlobten des Winters. (1)
Insel Verlag
Berlin 2019
Seiten 535
ISBN 978-3-458-17792-0
Christelle Dabos
Die Spiegelreisende. Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast. (2)
Insel Verlag
Berlin 2019
613 Seiten
ISBN 978-3-458-17826-2
Christelle Dabos
Die Spiegelreisende. Das Gedächtnis von Babel (3)
Insel Verlag
Berlin 2019
Seiten 520
ISBN 978-3458178279
Christelle Dabos
Die Spiegelreisende. Im Sturm der Echos (4)
Insel Verlag
Berlin 2020
Seiten 613
ISBN 978-3458178583

Auch die Hörbücher sind absolut empfehlenswert!

Sei eine Spiegelreisende!

Wäre es nicht fantastisch in Null Komma nichts von einem Ort zum anderen reisen zu können?

Nichts leichter als das!

Bau dir deine eigene Spiegelwelt. Eine Anleitung!

Du brauchst hier etwas Geduld und Fingerspitzengefühl vor allem beim Ausschneiden der Gucklöcher.

Material: Fotokarton 2xDIN A 4, Fotokarton 1x DIN A 4 oder 5 mit Spiegeloptik, Klarsicht- oder Kopierfolie, Zeitschriften oder Werbungen für Möbel oder Inneneinrichtung.

Zunächst wird die Grundlage geschaffen, also vier gleich große Kartonwände mit unterschiedlichem Hintergrund:

Um am Ende den Karton zu einem „Häuschen“ zusammenkleben zu können, musst du an einer Seite ca. 0,5 cm zu den 10cm hinzumessen und diesen Rand dann als Kleberand verwenden.
Hier habe ich einen gemusterten Fotokarton verwendet, aber das ist nicht notwendig! Die Höhe des Kartons liegt bei 16 cm und in der Breite habe ich jeweils 10cm oben und unten eingezeichnet , die Punkte verbunden und die Linie fein mit einem Cutter eingeritzt, damit man einen sauberen Knick bekommt.
Dann noch einen Spiegelrahmen drüber!
Und jetzt gehts los! Um Möglichkeiten für einen Spiegelreise zu schaffen, kannst du nun jede Seite deines „Häuschens“ innen und außen mit Möbel etc. ausstatten. Natürlich darf in keinem Raum der Spiegel fehlen! Hier siehst du einen „Spiegel“ zum Durchschauen mit Kopierfolie!
So sieht das Ganze in voller Länge von einer Seite aus:
Jetzt sind alle vier Wände innen wie außen beklebt! Besonders wichtig sind die Spiegel mit dem Spiegelkarton und die zwei Gucklöcher mit der durchsichtigen Folie!
Das Bild in der Mitte schafft einen Durchblick!
Zusammenkleben und sich über die Effekte – die Spiegelreise – freuen!

Verblüffend, oder?

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